Hoch oben auf dem Hügel weht die Freiheit und Leichtigkeit

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...... in das Innere des Gebäudes und mein Blick schweift durch die großzügige Halle über den Infinity Pool hinweg auf das Meer. Sofort fühle ich mich willkommen. Hohe Räume und luftige Treppen vermitteln pure Leichtigkeit und ich spüre die angenehme Brise des Meeres. Hier hat der Architekt ein feines Gespür für natürliches, angenehm kühles Raumklima. Die kreative Hand von Maria Schneider erkenne ich an vielen Details. Ihr Haus im Valle Maira ist ebenso reduziert modern und doch liebevoll in der Tradition des Landes eingerichtet. Wertvolle Kunst, ehrwürdige indische Schränke, Truhen und Möbel stehen gemeinsam neben Sitzmöbeln in der modernen Linie. Bunte Stoffe in angenehmen Farben dekorieren die schlichten Möbel und sprechen eine stille Einladung an mich aus.



Natürlich bin ich nach dem langen Flug müde, wie angenehm, dass mein Zimmer schon bereit ist. Jedes Zimmer besitzt einen Balkon und vom Bett aus kann ich das Meer und den blauen Himmel über mir sehen. Ein Moskitonetz ist hier selbstverständlich, der Ventilator surrt leise über mir und verteilt die kühle Luft vom Meer im Raum. Es gibt genügend Stauraum für mein leichtes Gepäck. Der kleine Sekretär ist das zuhause für mein Reise-Büro – dort findet mein „Klapperkasten“ Platz. Das Bad ist modern und sachlich-praktisch mit Dusche und WC und vielen Holzelementen ausgestattet. Shampoo und Seife stehen bereit. 
Zur Begrüßung gibt es Masala Dosas mit Kokoscurry – mein Lieblingsgericht in Indien. Mit einem herzlichen Lächeln und blitzenden Augen begrüßt mich der Chefkoch Rajesh und Mr. Anoop kümmert sich liebevoll um den Service. Und da ist es wieder, tief in mir – ein altbekanntes, warmes Gefühl – ich bin in Indien. 



Bis zu meiner Arztkonsultation nutze ich die Zeit für eine ausführliche Besichtigung der kleinen Anlage in Hanglage. Das große Schwimmbecken bildet hier auf der obersten Ebene das Zentrum und jeder Schwimmzug geht in die Weite zum Meer. Links vom Pool führt mich ein altes Tor in den Gemüse- und Kräutergarten und zur Yogahalle. Alle Pflanzen sind liebevoll gekennzeichnet, ich spaziere hier mitten durch die Heilkräuter. Auch hier verliert man das Meer zwischen den Bäumen nicht aus dem Auge. Die Yogalehrerin Lalitha lerne ich erst am nächsten Morgen kennen. Sie unterrichtet Hatha-Yoga, gibt geduldig und ruhig genaue Anweisungen für die einzelnen Übungen. Begeistert bin ich von den Atemübungen zu Beginn der Stunde. Nach den wichtigen Asanas, die sanft von Lalitha in der Haltung korrigiert werden, folgt noch eine tiefe Entspannungsphase mit Meditation. Ich fühle mich geerdet und frisch nach dieser Morgenstunde. Unser kurzes Gespräch zeigt mir ihr ernsthaftes Engagement für den Ayurveda und Yoga. Sie plant für den kommenden Sommer intensive Yoga-Retreats für 2 Wochen – auf Wunsch mit ergänzenden Ayurvedamassagen. Ihr Gesicht strahlt voller Eifer für Ihre Leidenschaft Yoga und sie möchte unbedingt ihr Wissen an die Kunden weitergeben. Generell interessiert Lalitha sich besonders für alternative Methoden der Physiotherapie, die sie in einer Zusatzausbildung vertieft hat.  

Das Ayurvedazentrum liegt unterhalb des Pools im Souterrain der Hotelanlage. Frau Dr. Athera Thinkachan, die warmherzige Assistenzärztin von Dr. Ananand, erwartet dort die Gäste zur täglichen Konsultation, erstellt den täglichen Therapieplan der Gäste und assistiert den Therapeuten während der Behandlungen. Auch erklärt sie die Anwendungen und deren Wirkung. Jeder Behandlungsraum hat ein großes Fenster mit Meerblick – der Blick ist umwerfend schön und schon beim Betreten der Räume entspanne ich mich voller Vorfreude. Hier gibt es auch 2 großzügige Duschen und eine traditionelle Sitz-Svedana für die reinigenden Schwitzbäder.


Gegen Mittag erwartet mich der Chefarzt Dr. Ananand. Er ist für die Erstanamnese aller Gäste zuständig und bestimmt nach dieser Untersuchung den grundlegenden Behandlungsplan für die anstehende Kur. Dr. Ananand ist ein sehr erfahrener Ayurvedaarzt. Seine Kompetenz ist überall in Kerala bekannt und Mr. Vinod ist stolz, diesen Arzt zum Team zählen zu dürfen. Die Untersuchung erfasst meine mir angeborene Konstitution und während er die Pulsdiagnose abnimmt, nickt er verständnisvoll bei meiner Schilderung der momentan kleinen Beschwerden. Da ich nur drei Tage hier verbringe, plädiert er für ein intensives Package und verspricht mir eine schnelle Besserung. So lerne ich auf diese Weise die Vielzahl der Behandlungsmethoden hier im Cliff View kennen. Wir haben uns noch lange über den Ayurveda und die Wirkung auf unser persönliches Leben unterhalten. Seine Ansichten und seine Empfehlungen für meinen eigenen Weg im Gleichklang meiner physischen und mentalen Doshas sind sehr wertvoll für mich. Bei der Verabschiedung erhalte ich noch ein paar wichtige, einfache Verhaltensregeln für zuhause, die auch von Frau Dr. Athera schriftlich für mich festgehalten werden und jetzt hier zuhause liegen.




Im Open-Air Restaurant steht das Mittagessen bereit. Wir starten mit einer Suppe in das vegetarische Menü. Dann folgt der typische Thali-Teller mit Reis und verschiedenen Gemüsen, Rohkostsalat und Dal, on Top liegt ein Papadam. Es duftet so verführerisch und jeder Bissen schmeckt einfach köstlich. Ein leichtes Mus aus Papaya rundet die perfekte Ayurvedamahlzeit ab. Nach einer kurzer Ruhezeit habe ich meinen Behandlungstermin bei Frau Doktor, die schon meine Unterlagen von Dr. Ananand vor sich liegen hat. Ich werde in den kommenden Tagen von Mridula und Archana durchgehend betreut, die mich dann auch in den Behandlungsraum führen. Räucherstäbchen aus Sandelholz verbreiten einen feinen Duft und ich darf zuerst einmal auf einem Stuhl mit Meerblick Platz nehmen. Ein kurzes Gebet zu Beginn der Behandlung stimmt uns beide auf diese kommenden Wohlfühlstunden ein. Zuerst erhalte ich eine ausführliche Kopfmassage, die ich als Pittafrau immer sehr genieße. Dann folgt der Nacken mit den Schultern und der gesamte Rücken. Immer wieder taucht Mridula ihre Hände in die mit warmen Kräuteröl gefüllte Schale, verstreicht das wertvolle Öl auf meiner Haut und arbeitet es mit strammer Hand in das Muskelgewebe ein. Die Verspannungen im Nacken und in den Schultern sind ein Schwachpunkt bei mir und können manchmal meinen Schlaf beeinträchtigen, aber hier findet sie gekonnt die Schmerzpunkte und lockert die Nackenmuskulatur durch kräftiges ausstreichen und klopfen.

Dann führt sie mich zur Massageliege, die mit einer weichen Auflage und frischen Tüchern ausgelegt ist. Jetzt betritt auch Archana den Raum und beide Therapeutinnen verwöhnen mich und meinen Körper mit einer vierhändigen Abhyanga. Das warme Öl wird in intensiven Ausstreichungen im Einklang aller vier Hände auf meinen Körper verteilt. Zuerst liege ich auf dem Rücken, dann wechsle ich in die rechte und linke Seitenlage, damit auch meine Flanken mit Druck bearbeitet werden und zum Schluss liege ich auf dem Bauch – das Gesicht in einer Aussparung der Liege gebettet! Auf diese Weise wird jedes Stückchen Haut und jeder Muskel mit dem medizinischen Öl versorgt. 

Übrigens: Bis zu diesem Zeitpunkt folgen alle Behandlungstage diesem Ablauf – eine Besonderheit der ayurvedischen Behandlungen in Indien. Erst nach der Ganzkörperölung werden die verordneten Sonderbehandlungen wie Shirodhara, Pulvermassage, Stempelmassage usw. verabreicht. Dr. Ananand hat für mich die kühlende Wirkung der leicht warmen Kräutermilch ausgesucht, die immer wieder aus kleinen Kannen in sattem Strahl über den Körper gegossen werden. Mein Behandlungstag beschließt dann ein Stirnölguss mit kühler Milch. Diese Spezialbehandlung soll meine Hitze von Pitta kühlen und die Unruhe des luftigen Vata beseitigen. Zeitdruck, der heiße Sommer und mein Glas Wein im Urlaub am Abend haben meine beiden Doshas aus der Balance gebracht.

Fürsorglich wickeln die Therapeuten mich in meinen Bademantel und der Kopf wird geschützt durch einen Handtuchturban. Auf der Ruheterrasse nahe dem Ayurvedazentrum wartet eine bequeme Liege auf meine ausgiebige Entspannung nach den Behandlungen. Diese aufmerksame, liebevolle Betreuung ist unglaublich wohltuend und ein Dauerlächeln erhellt mein Gesicht. Das Öl und die Berührungen können nun ihre volle Wirkung entfalten und ich gleite in einen leichten Wachschlaf. Ein Sonnenschirm schützt mich vor der strahlenden Sonne. Erst nach zwei Stunden gehe ich in die Dusche, um das verbleibende Öl abzuwaschen.



Wie in Sri Lanka wird es hier gegen 18.30 Uhr dunkel. Ich sitze auf meiner Bank auf der lauschigen Gartenterrasse und beobachte den einzigartigen Sonnenuntergang. Tief unter uns hinter dem Palmengarten sehe ich das geschäftige Treiben der Fischer am Strand, die ihre Boote schon wieder für die kommende Fahrt bereit machen. Gesänge von dem nahen Hindu-Tempel untermalen dieses Spektakel. In der Nachbarschaft gibt es auch eine christliche Kirche, deren Glocken zum Abendgottesdienst einladen. Die Luft ist warm, lau und eine sanfte Brise streichelt angenehm über meine Haut, als der Feuerball leuchtend rot im Meer verschwindet.

 
Laut Tagesplan gibt es um 19.00 Uhr das Abendessen. Der Duft der Speisen lockt mich schon früher verführerisch aus meinem Zimmer. Der Koch Rajesh hackt noch die frischen Kräuter und lädt mich in seine Küche ein, um in die Töpfe zu schauen. Er hat für uns mit gebratenem Gemüse gefüllte Pfannkuchen vorbereitet, eine leichte Suppe steht auch bereit und als Nachtisch serviert er eine indische Creme brullé. Das gesamte Gericht ist als Abendmahlzeit ayurvedisch leicht, aber wir fühlen uns erfüllt und zufrieden, weil Rajesh die Gewürze bei der Zubereitung der Mahlzeit fein abgestimmt hat. Mr. Anoop erklärt uns die Zutaten und deren Zubereitung voller Begeisterung und serviert in Ruhe die einzelnen Gänge. Warmes Wasser oder Tee stehen immer auf einer Truhe im Speisesaal bereit.  Zum Schluss stellt Mr. Anoop die Thermoskanne mit heißem Wasser für mein Zimmer auf den Tisch. Wir unterhalten uns noch einige Minuten, aber ich bin angenehm müde und begebe mich dann auch zügig auf mein Zimmer.

Ich stehe auf dem Balkon und bin verzaubert von den vielen kleinen Lichtern, die auf dem Ozean wie an einer Lichterkette auf und ab hüpfen. Die Fischerboote haben in der Dämmerung abgelegt und verbringen die Nacht draußen auf dem Meer. Nur drei Seiten schaffe ich in meinem Buch, dann fallen mir die Augen zu. Ich schlafe traumlos tief und fest.

Am Nächsten Tag erwartet mich meine Ayurvedabehandlung schon am Vormittag und ich habe nach dem Lunch genügend Zeit, um die Umgebung zu besichtigen. Das Dorf ist nur 20 Minuten zu Fuß entfernt und lebhaftes Treiben an den Ständen und in den Geschäften fasziniert mich. Eine kleine Shoppingmeile mit Schneider, Kunsthandwerk und Textilien wartet auf die Gäste der benachbarten Hotels und Ayurvedaresorts. Heute möchte ich am Strand entlang wandern und folge einer Straße und einem Pfad mit Treppen zum Fuß des Hügels. In nur 15 Minuten stehe ich unten am langen Sandstrand. Das beschauliche Leben der Fischer kann man hier hautnah erleben und riechen, die sanften Wellen – es ist gerade Ebbe – umspülen meine Füße. Ich entscheide mich für den Strandabschnitt vor dem großen Tempel auf einem Felsen, der nur Strandläufern und Badegästen vorbehalten ist.
Mr. Vinod schickt mir ein Tuk Tuk zum Treffpunkt und ich fahre bequem in nur 5 Minuten zum Hotel zurück.

Am nächsten Morgen muss ich schon wieder Abschied nehmen. Mein Flug nach Colombo wartet auf mich. Ein letztes Frühstück mit süßen reifen Früchten reicht mir heute vollkommen. Trotz der kurzen Zeit hier im Cliff View Retreat fühle ich mich sehr verbunden mit diesem Ort und den Menschen, die sich hier mit ganzem Herzen für den Gast einsetzen. Die Einträge im Gästebuch überzeugen mich zusätzlich. Ich gebe gerne das Versprechen, bald wieder zu kommen, weil ich mich hier wirklich wohlgefühlt habe.
 

Zuletzt geändert am: Mar 03 2019 um 9:21 AM

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